Reisemedizin

Jedes Reiseziel bringt eigene Risiken mit sich. Eine Beratung vor der Abreise lohnt sich, weil der wirksame Schutz davon abhängt, wohin Sie reisen, zu welcher Jahreszeit, wie lange — und was Sie bereits erhalten haben.

Was eine Beratung vor der Reise umfasst

Durchsicht Ihres Impfpasses. Ihre bisherigen Impfungen werden mit dem geltenden luxemburgischen Impfplan abgeglichen, den der Conseil supérieur des maladies infectieuses erstellt, sowie mit dem, was Ihr Reiseziel verlangt oder empfiehlt. Häufig sind es die Routineimpfungen, die sich als abgelaufen erweisen.

Länderspezifische Hinweise. Welche Impfungen als Einreisevoraussetzung verlangt werden, welche empfohlen sind und wie der zeitliche Ablauf aussehen muss — manche erfordern mehrere Dosen über Wochen, weshalb sich eine frühe Beratung lohnt.

Malaria. Ob für Ihr Reiseziel und die Jahreszeit eine Chemoprophylaxe angezeigt ist, und wenn ja, welche. Luxemburg veröffentlicht dazu keine eigenen Empfehlungen; maßgeblich sind die Weltgesundheitsorganisation und das Institut für Tropenmedizin Antwerpen.

Praktische Vorsichtsmaßnahmen. Essen und Trinken, Schutz vor Insektenstichen und das Vorgehen, falls unterwegs etwas passiert.

Gelbfieber

Die Gelbfieberimpfung ist für einige Länder Einreisevoraussetzung, und das Zertifikat ist nur gültig, wenn es von einer zugelassenen Impfstelle ausgestellt wurde. In Luxemburg gibt es genau eine: die Travel Clinic des Centre Hospitalier de Luxembourg. Wir können Ihnen sagen, ob Sie sie benötigen, und den zeitlichen Ablauf mit Ihren übrigen Impfungen abstimmen — die Impfung selbst muss dort erfolgen.

Essen und Trinken

Die meisten Reiseerkrankungen sind nicht exotisch. Sie kommen aus Wasser und Nahrung.

  • Trinken Sie aus original verschlossenen Flaschen. Meiden Sie Leitungswasser und daraus hergestellte Eiswürfel.
  • Essen Sie frisch Gekochtes, solange es heiß ist, oder Obst, das Sie selbst geschält haben.
  • Meiden Sie rohe Salate, ungeschältes Gemüse und offenes Speiseeis, wo die Hygienebedingungen unsicher sind.

Typhus, Hepatitis A und Reisedurchfall werden auf diesem Weg erworben; gegen die ersten beiden kann geimpft werden.

Insektenstiche

In vielen Reiseländern sind durch Mücken übertragene Infektionen ein Risiko, und die maßgeblichen Arten stechen zu unterschiedlichen Tageszeiten: Aedes, Überträgerin von Dengue und Zika, sticht tagsüber; Anopheles, Überträgerin der Malaria, ab der Dämmerung. Der Schutz muss daher durchgehend sein und nicht auf den Abend beschränkt: Repellent, bedeckende Kleidung und, wo angezeigt, ein imprägniertes Moskitonetz.

Nach einem Tierbiss

Suchen Sie sofort vor Ort ärztliche Hilfe auf, auch wenn Sie gegen Tollwut geimpft sind. Die vorherige Impfung vereinfacht die anschließende Behandlung; sie ersetzt sie nicht. Das ist der einzige Hinweis auf dieser Seite, der keinen Aufschub duldet.

Wann Sie kommen sollten

Vier bis sechs Wochen vor der Abreise, soweit möglich. Manche Impfserien benötigen mehrere Wochen, und das Gelbfieberzertifikat wird erst zehn Tage nach der Impfung gültig. Eine spätere Beratung ist weiterhin sinnvoll, aber die Möglichkeiten werden knapper.

Erstattung

Konsultationen werden von der CNS erstattet. Mehrere Reiseimpfungen jedoch nicht — darunter Gelbfieber, Typhus, Frühsommer-Meningoenzephalitis und Japanische Enzephalitis. Sie erfahren vor jeder Impfung, was übernommen wird und was nicht.

Termin vereinbaren

Online über Doctena, oder siehe Kontakt.

Zitierte Quellen

Conseil supérieur des maladies infectieuses (CSMI) und Schéma vaccinal 2026, Direction de la Santé · Travel Clinic, Service national des maladies infectieuses, Centre Hospitalier de Luxembourg · Weltgesundheitsorganisation und Institut für Tropenmedizin Antwerpen.